KDE SC 4.6 mit Kubuntu-Paketen erschienen

Das KDE-Team hat nun die nächste Hauptversion 4.6 von KDE Plasma, KDE Anwendungen und KDE Plattformen veröffentlicht. Zeitgleich sind auch Pakete des KDE SC 4.6 für Kubuntu 10.10 und die Entwicklerversion 11.04 herausgegeben worden.

KDE SC 4.6 - Elegently Yours


Installation

Wer KDE SC 4.6 installieren möchte, kann sie sich unter Kubuntu 10.10 die Updates über das Kubuntu-Backports-PPA (Anleitung Backports PPA) einspielen. Nutzer der Entwicklerversion Kubuntu 11.04 erhalten KDE SC 4.6 regulär mit den Systemupdates.


Änderungen in KDE Plasma Workspaces 4.6

In KDE Plasma Workspaces, welches die Desktopumgebung enthält, wurde vor allem Arbeit in die Aktivitäten investiert. So wurde die Verwaltung dieser verbessert und weiter wurde auch die Zuordnung von Anwendungen zu Aktivitäten verbessert. Ebenfalls überarbeitet wurde die Energieverwaltung, die nun wesentlich modularer, einfacher und flexibler sein soll.

KWin wurde hinsichtlich der Performance weiterentwickelt, auch werden die Möglichkeiten der Grafikkarten nun besser erkannt und ausgeschöpft. Verfeinert wurde zudem der "Fenster zeigen"-Effekt, von dem aus jetzt auch Fenster geschlossen werden können.

Darüber hinaus sind weitere nennenswerte Punkte die effizientere Anwendungsstartbenachrichtigung (der standardmäßig hüpfende Cursor), ein überarbeitetes Benachrichtigungssystem, dessen Meldungsfenster überall platziert werden kann. Ein zusätzliches Miniprogramm mit dem mysteriösen Namen "Regal" kam dazu. Dieses kann verschiedene Dinge beinhalten wie favorisierte Programme, neue Dokumente oder ungelesene Mail (s. Screenshot). Die Lesbarkeit der digitalen Uhr bei unterschiedlichen Farbschemen wurde verbessert, die Taskleiste kann nun einfache Anwendungsstarter beherbergen (Programm dahinziehen) und zuletzt seien die Geschwindigkeitsverbesserungen und eine bessere Touch-Unterstützung bei der Netbook-Oberfläche erwähnt.

Das Miniprogramm 'Regal'

Im Dateimanager Dolphin wurde die Dateisuche (KFind) integriert, außerdem wurde ein "facettiertes Browsing" eingeführt, in dem durch verschiedene Filteroptionen anhand der Metadaten Dateien angezeigt werden. Dazu gibt es nun eine zusätzliche Seitenleiste, über die anhand selbiger Daten ebenfalls Suchen durchgeführt werden können. Dazu wurde die Einstellung der Spaltenbreiten in der Spaltenansicht verbessert. Als Extra gibt es ein Git-Plugin zur Versionskontrolle und diverse Überarbeitungen bei den Servicemenüs.

Der Texteditor Kate kann nun ungesicherte Daten beim nächsten Start wiederherstellen. Außerdem wurde er um einen einfachen SQL-Client erweitert, der mit allen von Qt unterstützten SQL-Datenbanken kompatibel ist. Zwei weitere Plugins runden Kate ab.

Alle Anwendungen die mit Grafiken umgehen, dazu zählen der Bildbetrachter Gwenview oder auch das Screenshot-Tool KSnapshot können nun Bilder direkt an zahlreiche Dienste, aber auch Rechner, verteilen. Ferner können bei KSnapshot nun auch Freihand-Regionen ausgewählt werden.

Mit dem Globus Marble ist nun auch Routenplanung anhand der OpenStreeMap-Karten möglich (die Mobilvariante für Maemo beherrscht Navigation). KStars, ein Planetarium, kann nun auch durch OpenGL angezeigt werden, was zu Performanceverbesserungen führt. Außerdem gab es diverse Änderungen bei den Spielen.

Routenplanung mit Marble

Nicht geschafft hat es die neue, auf Akonadi basierende Kontact-Version. Diese soll aber mit einer der kommenden Wartungsveröffentlichungen, nachgeliefert werden.


Zu guter Letzt: KDE Platforms 4.6

Durch weitere Modularisierungen konnte die Mobil-Variante von KDE, die beim experimentellen Kubuntu Mobile zum Einsatz kommt, weiter entschlackt werden. Kontact Mobile ist eine der Anwendungen, die davon Gebrauch machen.

Miniprogramme (Plasmoids) können fortan auch in QML geschrieben werden, eine deklarative Markup-Sprache, die ursprünglich bei Qt Quick zum Einsatz kommt. Das KDE Team weißt sogar darauf hin, dass QML nun die bevorzugte Sprache zur Entwicklung von Plasmoiden sei - die Unterstützung aller weiteren Sprachen bleibt nach wie vor bestehen. In diesem Zusammenhang gibt es auch neue DataEngines zum Austausch von Dateien sowie zum Caching für Offline-Zwecke. Mit einem speziellen KPart sollen Miniprogramm nun auch einfach in Anwendungen integriert werden können. Die Musikverwaltung Amarok und die Finanzanwendung Skrooge arbeiten derzeit an der Integration dieser Möglichkeit.

Mit KDE Platforms 4.6 sind nun auch die Abhängigkeiten zur alten Hardwareabstraktion HAL aufgelöst, sodass komplett UPower, UDev und UDisks verwendet werden können. Werden diese vom System nicht unterstützt, bleibt HAL jedoch verfügbar.

Nepomuk wurde mit Funktionen zum Backup und zur Synchronisation angereichert um den Transport von Metadaten zwischen verschiedenen Geräten zu erleichtern. Während die Backup-Funktionen über eine grafische Schnittstelle verfügen, ist die Synchronisation zur Zeit noch ausschließlich über die Kommandozeile möglich.

Die Funktionalität des Fenstermanagers KWin kann nun mit eigenen Skripten weiter ausgebaut werden und der Oxygen GTK Stil wurde komplett überarbeitet. Schließlich ist mit BlueDevil ein neues Bluetooth-Framework etabliert worden, das wesentlich benutzerfreundlicher sein soll.

Nepomuk Backup der Metadaten

Diese Nachricht kann im Forum diskutiert werden.